Boomtown Rats, Isle of Wight Festival, 16. Juni 2013

BG-PB-SC_DSC04566Die Boomtown Rats sind zurück! Ihr erstes Konzert nach 27 Jahren spielen sie auf dem legendären Isle of Wight-Festival – in fast unveränderter Originalbesetzung. Ich weiß, es ist gegen jegliche Vernunft, teuer noch dazu – aber da will ich hin!

 

Terminlich liegt das Isle of Wight-Festival ziemlich ungünstig. Eingebettet zwischen zwei Festivalgigs mit den Toten Hosen und einem Hallengig der Soloband, findet dieses Auftakt-Konzert am letzten Festivaltag statt, dem 16. Juni 2013. Und so kommt es, dass ich am Freitag zu dem einen Hosen-Event fahre und mich schon am Samstag auf den Weg zur Isle of Wight mache. Die Insel liegt zwar nur etwa 150 Kilometer entfernt von London, aber die Anreise an einem Tag ist nicht möglich, wenn man nachmittags vor einer Festivalbühne stehen will! Wir fliegen also schon Samstagabend nach London-Heathrow, übernachten hier in einem so schlechten Hotel, dass es nicht einmal die Namensnennung zur Nichtempfehlung wert ist, und machen uns am Sonntagfrüh auf den Weg zur Insel.

Weil ich nicht einschätzen kann, wie gut man am Festival parken kann, habe ich eine Fahrt von London zur Insel bei National Express gebucht. Nachdem das Bahnmonopol in Deutschland gefallen ist, wird es vielleicht auch bei uns landesweite Anbieter für Linienbusfahrten geben. Künftige Unternehmen können sich bei National Express schon mal eine Scheibe abschneiden. Das läuft alles extrem professionell, pünktlich und freundlich ab. Seit Juni hat National Express definitiv einen Fan mehr!

Unser Bus von Terminal 5 in Heathrow geht um sechs Uhr morgens Richtung Southend und Isle of Wight und ist auf die Minute pünktlich – ich bin beeindruckt. Ausgestattet mit Sandwich und Kaffee schnallen wir uns an (in England Pflicht) und los geht es Richtung Süden. Ein paar Mal halten wir an – es ist Sonntag morgen und wir sehen Menschen, die an einem Sportevent teilnehmen wollen, frühe Jogger und Leute, die ihre Hunde spazieren führen. An den größeren Busbahnhöfen gibt es W-Lan, in einigen Bussen selbst auch. Nicht schlecht! Um kurz nach 9 sind wir in Southend, quasi einem Vorort von Portsmouth. Hier fährt etwas später unser Hovercraft zur Insel rüber. Die Insel liegt gut sichtbar vorgelagert, es ist nicht weit.

Am Fährterminal erfahren wir, dass ein Hovercraft im Englischen nicht wie Fährschiffe „segelt“, sondern fliegt. Nach dem Start wissen wir auch, warum: die Luftkissen des Fahrzeugs blasen sich sicher einen halben Meter hoch auf und das Gefährt, das etwa 80 Personen befördern kann, fliegt über den Strand Richtung Meer, das hier Solent heißt, und düst in knappen zehn Minuten bis zur Insel. Unterwegs überholen wir eine normale Fähre, die in Portsmouth gestartet ist. Faszinierend!

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Länger als zehn Minuten möchte ich aber auch nicht fahren, denn das Hovercraft schaukelt und hüpft auf eine unangenehme Art und Weise. Im Ort Ryde im Nordosten der Insel kommen wir an. Hier ist auch ein großer Busbahnhof. Wir suchen den Bus, der uns erstmal nach Sandown im Osten der Insel bringen soll. Hier ist unser Hotel und wir möchten unser Gepäck unterbringen, bevor wir zum Festival fahren.

Wir nehmen eine Tageskarte und machen eine schöne Überlandtour. Im empfehlenswerten Lyndhurst House können wir schon einchecken, obwohl es erst elf ist. Auch ein paar andere Gäste sind schon da, anscheinend ebenfalls Festivalbesucher. Wir schmeißen nur schnell unsere Rucksäcke ab und nehmen gleich den nächsten Bus nach Newport, der Hauptstadt der Isle of Wight. Vorher haben wir noch unsere Gummistiefel angezogen – offenbar ein absolutes Muss für das Festival, wie wir später sehen werden… Diverse Leute, die wir unterwegs im Bus treffen, tragen auch allesamt Gummistiefel. Fashionistas und -istos tragen in den Gummistiefeln Kniestrümpfe, die eine Handbreit oben rausgucken dürfen. Soo schick sind wir nicht, aber unsere Ausrüstung wird sich als absolut tauglich erweisen.

In Newport besteigen wir einen weiteren Bus – den vierten heute – und fahren in einem Riesenbogen durch Felder und Wiesen um das Festivalgelände herum. Am Festival-Campingplatz endet der Bus und alle steigen aus. Wir müssen noch ein kleines Stück bis zum Einlass laufen. Unterwegs kommen wir am Hubschrauberlandeplatz vorbei. Hier steht der Heli, mit dem die Bands aus London abgeholt werden. Wahrscheinlich ist es sogar einer von mehreren Hubschraubern. Ein Stückchen weiter geht es rein. Hier sind wir nicht am Haupteinlass, sondern an einem Seiteneingang. Der Einlass läuft aber auch hier sehr schnell und professionell: Unsere Armbänder haben einen Mini-QR-Code, der von den Leuten am Einlass mit Handscannern eingelesen wird. Das geht rasend schnell. Auf dem Weg zur Main Stage sehen wir viel vom Festivalgelände, bis wir endlich am Ort des Musikgeschehens angekommen sind. Die Hauptwege des Festivalgeländes haben süße Namen wie Penny Lane, Strawberry Fields etc. Es gibt neben Fressbuden auch viele Fahrgeschäfte und das übliche Festivalzeug – Klamotten, Schmuck, Hüte – zum Beispiel Katzen- und Bärenmützen aus Kunstfell. Für fünf Pfund kann man sich Hippie-Blumenschmuck für die Haare kaufen – Plastikkränze für moderne Hippies! Das tragen hier viele, überhaupt sind viele der Mädels im hippimäßigen Festivalstyle aufgebrezelt. Viele der Festivalbesucher sind sicher aus London, man merkt schon, dass das eine Modestadt ist!

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Bob und die Bobkatz hatten ja gestern in Heilbronn den großen Regen heraufbeschworen. Wir sind gut (und eher zünftig-praktisch als schick) mit Regenzeug ausgerüstet, aber mehr als zehn Tropfen bekommen wir den ganzen Tag nicht ab! Der fehlender Regen beziehungsweise Matsch sorgt dann allerdings dafür, dass die britischen Medien nicht so ausführlich vom Festival berichten wie in den Vorjahren – zumindest ist das eine Theorie, die ich von verschiedenen Seiten höre. Im letzten Jahr war offenbar der komplette Campingplatz im Schlamm abgesoffen.

Bevor die Boomtown Rats das erste Mal in 27 Jahren eine Bühne besteigen (von den zwei Kneipen-Übungsgigs mal abgesehen), ist nun noch eine ganze Menge Zeit. Gut – ich hätte nicht zu spät kommen mögen! Jetzt ist es etwa 13. Der Rats-Auftritt war ursprünglich für 16 Uhr angekündigt gewesen, dann aber auf viertel nach drei vorverlegt worden. Trotzdem bleibt noch viel Zeit. Wir erkunden das kulinarische Angebot und essen indisch angehauchtes Hippie-Essen, bevor wir uns vor der Main Stage auf die Wiese legen. Steve Harley und Cockney Rebel spielen und die Sonne scheint. Es ist herrlich!

Anschließend machen wir noch einen kleinen Rundgang. Ich frage am offiziellen Merchandise nach, ob es Rats-T-Shirts gibt. Von wem? fragt ein junger Verkäufer zurück. Boom-town-Rats!! Haben sie nicht – und ob noch welche kommen, weiß er leider nicht. Schade!

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Schon vorhin hatte ich vorsichtshalber mal einen Blick ganz nach vorn vor die Bühne geworfen. Vor Steve Harley war es hier noch richtig leer. Problemlos kann man sich in die erste Reihe stellen, es gibt keinen speziellen Bereich ganz vorne, für den man spezielle Tickets oder Armbänder braucht. Gut!

Direkt vor den Boomtown Rats spielt noch Newton Faulkner auf der Main Stage. Wir gehen schon mal Richtung Bühne. Newton Faulkner ist ein Typ mit rückenlangen rotblonden Dreads, den ich hauptsächlich von Absolute Radio kenne. Er ist fantastisch! Immer wieder bin ich begeistert, wie ein einziger Mensch mit Gitarre ganz allein auf einer Bühne so super Musik machen kann! Zur Gitarre hat er noch allerlei Klein-Instrumentarium dabei, zum Beispiel eine kleine Trommel, die er stehend mit dem einen Fuß bedient. Newton erzählt von seinem Projekt, die Aufnahmen des kommenden Albums zu streamen – also mehr oder weniger komplett und ungekürzt ins Netz zu übertragen. Dafür macht er dann auch gleich noch Aufnahmen vom Festival. Zum Abschluss spielt er Massive Attacks Teardrop und Bohemian Rapsody von Queen – und alle Zuschauer können Wort für Wort mitsingen. Gänsehautmoment! Ich hatte nicht erwartet, dass ich Newton Faulkner so gut finden würde, aber tatsächlich bin ich jetzt bestens eingestimmt auf den nächsten Act.

Kurz nach dem Ende von Newtons Set entfaltet sich ein großer Ratten-Backdrop an der hinteren Wand der Bühne. In der Mitte guckt eine große schwarzblaue Comic-Ratte aus einem Kreis, darum herum sind gelbe und orange Blitze angeordnet. Ein ziemlicher Blickfang! Erst scheint es mir, als sei der Backdrop falsch angebracht, denn die eine untere Kante bewegt sich im Wind. Schließlich sitzt aber doch alles und das Konzert kann losgehen. Das tut es – und es macht solchen Spaß!

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Das Konzert beginnt mit einer Ansage für die beste Band der Welt und einem Film. Hier werden zunächst Ratten gezeigt, ein Kammerjäger und die Beseitigung der Ratten durch Erschießen (urgh!), dann altes Bildmaterial von den Bandmitgliedern. Eigentlich wird auf den beiden großen Screens rechts und links der Bühne ja gezeigt, was gerade auf der Bühne vor sich geht. Dazwischen werden aber immer wieder Bilder aus dem Video montiert. Allerdings hab ich eh keine Zeit, auf die Monitore zu gucken. Wir stehen ganz schön weit vorne, mittig und haben gute Sicht auf die Bühne.

Und hier gibt es dann auch erstmal einiges zu sehen. Bob trägt einen Anzug aus Schlangenlederimitat und eine Pilotenbrille – oha! Er kann es tragen und bleibt sich damit stilistisch auch irgendwie treu. Für mich ist diese Anblick aber erstmal sehr gewöhnungsbedürftig…

Der Ton des Videos endet mit dem Beginn des Stücks von (I never loved) Eva Braun vom Album A tonic for the troops. Und damit eröffnen die neuen alten Boomtown Rats auch ihr Reunion-Konzert. Gut klingen sie! Ich freue mich wie Bolle über ein Lied, dass ich noch nie live gehört habe und doch – vor allem früher – so viel gehört habe und gut kenne!

Danach kommt Like Clockwork – auch das habe ich, zumindest soweit ich weiß, noch niemals live gesehen beziehungsweise gehört. Bob singt es ein bisschen anders als auf dem Album, nämlich mit noch mehr Synkopen im „Tick tock“ und ich bin überrascht, wie viel vom Text ich noch auswendig kann! 🙂

Das Publikum ist begeistert – und es ist auch überhaupt nicht mehr leer! Tatsächlich drängen sich die Leute vor der Bühne. Im Fotografengraben ist es auch sehr voll. Clockwork ist super, rockt so richtig gut. Danach kommen Neon Heart und She’s gonna do you in. Neon Heart mag ich total gern – mein Tipp für die Herbsttour, wenn sie sich so richtig warm gespielt haben. Do you in ist sowieso der Kracher. Ich glaube, das ist mein Lieblingsstück des Konzerts!

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Wie von der Soloband gewohnt spielen sie die ersten Songs erstmal ohne Pausen durch. Danach gibt es eine erste Ansage. Bob begrüßt das Publikum zum ersten Konzert der gigantischen Boomtown Rats und nimmt sich mit seinem Schlangenanzug gleich schön selbst auf die Schippe. „Hat nur 350 Pfund gekostet, hab ich mir schneidern lassen“, juxt er rum. „Ihr müsst das jetzt mal wertschätzen. Das ist doch ‚absolutely fuckin mega, Bob!’“, fordert er die Leute zum Nachsprechen auf. Das tun sie auch und sind entzückt, dass Bob flucht wie immer.

Gleich darauf geht es schon wieder um Ernsteres. Bob erklärt, dass der folgende Song auch gestern hätte geschrieben worden sein können. Seit einigen Tagen gehen die Nachrichten über eine anlasslose Überwachung allen Datenverkehrs durch die Medien, unter anderen durch die Geheimdienste der USA und Großbritanniens. Und auch ohne Datenüberwachung werde man heute ständig durch Überwachungskameras gefilmt, egal ob man will oder nicht. „Ursprünglich ging es in dem Lied um eine Greenpeace-Kundgebung, aber es ist heute aktueller denn je“, erläutert Bob. Das sind natürlich die einleitenden Worte zu Someone’s looking at you. Auch dieses Stück kenne ich gut – bis vor ein paar Jahren hat es die Soloband regelmäßig gespielt.

Und das Publikum findet’s super. Überall um uns herum wird getanzt. Wir sind praktischerweise mal wieder größer als der Durchschnitt und haben einen guten Blick auf die Bühne und ins Publikum und uns gelingen ein paar schöne Fotos.

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Hier kann ich mir dann später noch mal genau angucken, wie die Bandmitglieder aussehen. Also die, die ich nicht kenne! Es ist bei den Personen ähnlich wie mit den Liedern – einerseits sehr vertraut, andererseits ganz fremd!

Neben Bob, Pete und Alan – letzterer sieht so aus wie immer, im Streifenshirt mit Bowlerhut, Pete mit weißem T-Shirt, dunkelroter Hose und einer Art Uniformjacke – stehen da drei Personen, die ich gar nicht kenne: der Schlagzeuger Simon Crowe, der Gitarrist Gary Roberts und ein weiterer Gitarrist namens Darren. Er war in der Zwischenzeit mit den Rats auf Tour gewesen, als Bob und Pete noch nicht dabei waren.

Simon ist ein sehr guter Schlagzeuger und Sänger, er singt alle Backingvocals. Darren ist zwar geschätzte 20 Jahre jünger als die anderen, passt aber optisch total gut rein und sieht aus, er wäre er schon immer dabei gewesen. Er steht auf der rechten Seite hinter Pete und hat wie dieser ebenfalls eine Uniformjacke an. Auch Bewegung und Mimik wirken so, als wäre er einfach eine „Junior Rat“! Und Gitarrist Gary spielt seine rockige Gitarre. Ihn hätte ich niemals wiedererkannt, der sieht ganz anders aus als früher.

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Danach folgen fast nur noch Stücke, die ich schon von der Soloband kenne. Teilweise liegt es allerdings Jahre zurück, dass sie mal gespielt wurden, zum Beispiel Lookin’ after Number One und She’s so modern. Die Boomtown Rats lassen es krachen, zur Begeisterung des Publikums. Auch am Bühnenrand sehe ich begeisterte Menschen, diverse Personen stehen hier und tanzen.

A propos tanzen. Es ist total interessant und auch anders als sonst, Bob hier in seiner Rolle als Frontmann zu beobachten. Anders als bei den Konzerten mit der Soboland steht er ausnahmslos ohne Gitarre auf der Bühne. Stattdessen spielt er lediglich in einigen Stücken Mundharmonika oder einen Schellenkranz. Und auch sonst ist er hier in einer komplett anderen Rolle. Er springt, hüpft, kickt, fällt auf die Knie und ist ständig in Bewegung. Wahrscheinlich entspricht das eher dem jungen Frontmann der Rats als das eher gesetzte Programm der letzten Jahre. Ungewohnt!

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Wenn er mal gerade nicht hüpft oder fast in den Spagat springt, macht Bob Ansagen. Zum Beispiel die hier: Nur 45 Prozent der Festivalbesucher, sagt er, kämen ja wegen der Musik. Damit seien ja dann 55 Prozent wegen der Boomtown Rats hier, ist er sich sicher. Das Publikum lacht. Aber im Ernst, sagt Bob, dann kommen ja die meisten wegen der Festival Shags. Er nennt den prozentualen Anteil der Besucher, die auf dem Festival Sex mit einer oder einem Unbekannten haben. Die Zahl habe ich mir nicht gemerkt, wahrscheinlich hatte Bob sie sich auch nur ausgedacht… „Hände hoch, wer von euch hatte gestern Sex mit einem Unbekannten?“ Ein Typ meldet sich stolz – alles johlt. The joke’s on him, aber er genießt es. „Und wer hatte sein erstes Mal?“ Niemand meldet sich. Bob zieht die Augenbrauen hoch: „Oh come on, you liars…“

Insgesamt, leitet Bob über, sei er traurig über die Apathie vieler Menschen. Seine Generation habe an vielen Stellen versagt. Nun sei es an der jungen Generation „to make this world better“. Viele der Rats-Songs hätten nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Erst vor wenigen Tagen hätte es wieder ein Schulmassaker in den USA gegeben. Es erschrecke ihn, wie aktuell die gut 30 Jahre alten Songs noch seien.

Das ist natürlich die Überleitung zu Mondays. Es folgen nun noch drei Songs, die ich gut kenne: I don’t like Mondays, Mary of the fourth form und Rat Trap. Mondays ist natürlich ein absolutes Highlight fürs Publikum. Alle, aber auch wirklich alle, die ich beobachte, was ich bei Mondays immer gerne mache, können jede Silbe mitsingen. Supercoole Stimmung! Für mich ist es interessant, dass Mondays von den Rats gespielt sich nicht groß unterscheidet von der Version der Soloband. Es sind ja auch fast dieselben Personen am Werk! Ganz anders ist das bei Mary of the fourth form. Das ist wirklich ein komplett anderes Stück. Und ich glaube, dass mir besonders bei diesem Stück wieder einmal klar wird, wie gut auch die Musiker der Soloband sind.

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Hier auf der Isle of Wight kommt zum letzten Stück des regulären Sets noch ein Saxofonist auf die Bühne – Rat Trap! Ich liebe dieses Lied! Für mich ist es eigentlich der wichtigere Hit – wenn man mal von Banana Republic absieht, das leider heute nicht gespielt wird – als Mondays.

Danach ist erstmal Schluss. Die Leute in den vorderen Reihen können sehen, wie Bob sehr „entschieden“ mit irgendwem am Bühnenrand „verhandelt“. Die Band kehrt auf die Bühne zurück und setzt an zur Premiere eines der drei neuen Stücke, die im August veröffentlicht werden sollen. Es ist eine Disco-Tanznummer!

Zu Beginn unterlegt mit einem fiesen Sirenensound, besteht das Stück hauptsächlich aus Synth-Beats und einen extrem eingängigen Refrain. Der besteht aus dem Text „Boomtown Rats“ – und sonst nichts! Das finde ich ja sehr clever. Obwohl ich mit dem Lied beim ersten Hören gewissermaßen fremdele, glaube ich, dass es schlau angelegt ist. Nur den Namen der Band in den Refrain zu packen, die gerade ihr Revival hinlegt, das ist schon gut gedacht! Ich bin gespannt, wie das Lied auf CD klingt – oder später, wenn sie es häufiger live gespielt haben.

Die Band verabschiedet sich unter Riesenjubel, alle kommen nach vorn zum Bühnenrand und verbeugen sich. Darren kann sich nicht ganz bis unten verbeugen, er muss immer gucken. Das war ein sehr gelungener Auftakt! Die Band scheint zufrieden, soweit ich das beurteilen kann, und das Publikum wird später begeisterte Tweets absetzen.

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Hier ist die komplette Setlist:

(I never loved) Eva Braun
Like Clockwork
Neon Heart
She’s gonna do you in
Someone’s lookin’ at you
Lookin’ after Number One
I don’t like Mondays
Mary of the fourth form
She’s so modern
Rat Trap

Boomtown Rats

 

Hach! Wie schön, dass wir hergekommen sind!

Auf der Main Stage spielen demnächst The Script. Sicher sehenswert, stattdessen spazieren wir aber noch ein bisschen herum und machen lustige Fotos von Menschen in Gummistiefeln und selbstgemachten Rats-Shirts.

Wir trinken noch was, ich klappere noch mal erfolglos die Merchandise-Stände nach einem offiziellen Boomtown Rats-Shirt ab, und dann machen wir uns dann langsam auf den Weg Richtung Ausgang. Immerhin müssen wir nach Sandown noch eine knappe Stunde mit dem Bus fahren.

Wir finden einen Ausgang, der uns auf die Straße nach Newport bringt. Kaum eine Viertelstunde zu Fuß dauert es! Der Bus vorhin muss wirklich einen Umweg über die halbe Insel gefahren sein! In diesem Bus setzen wir uns nach oben vorne und machen eine weitere Tour über die Insel.

Im Zimmer unseres B&Bs angekommen, merken wir, dass wir doch ganz schön viel Sonne abbekommen haben… Ich habe sogar ein bisschen Sonnenbrand im Gesicht. Wir fallen sofort in Tiefschlaf – was für ein skurriler, verrückter, langer, schöner Tag!

Am nächsten Morgen treten wir nach einem leckeren englischen Frühstück (ich bekomme neben den üblichen Bohnen, Spiegelei, Tomate, Toast und Tee sogar Veggiewürstchen!) die Reise zurück an – Bus, Hovvercraft, Bus, Flugzeug, U-Bahn… Auch auf dem Rückflug haben wir Verspätung, aber das macht auch nichts. So eine schöne kleine Weltreise!

Danach habe ich noch etwa 12 Stunden Zeit, um das Gepäck um- und frische Wäsche einzupacken – denn am folgenden Tag beginnt der nächste Teil der Tour. Zu dem ich vielleicht irgendwann noch mehr schreiben werde…

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